Shopify ist schnell, aber nicht immer trivial
Viele Teams unterschätzen die Auswirkungen von Payment-Einstellungen auf Checkout-Flows, Reporting und Kostenkontrolle. Shopify Payments (powered by Stripe) deckt in der Schweiz Visa, Mastercard und Apple Pay nativ ab – TWINT fehlt jedoch ohne Zusatz-App.
Shopify Payments vs externer PSP
| Kriterium | Shopify Payments | Externer PSP (z. B. Stripe direkt, Mollie) |
|---|---|---|
| Aktivierung | Sofort im Admin | Konto + App-Installation nötig |
| Zusatzgebühr | Keine | 0,5–2 % Transaction Fee von Shopify |
| TWINT nativ | Nein | Über Datatrans, Wallee oder Payrexx |
| Multi-Currency | Ja (Shopify Markets) | Abhängig vom PSP |
| Checkout-Kontrolle | Eingeschränkt (Standard) | Mehr Flexibilität via API |
| Reporting-Tiefe | Shopify-intern | PSP-Dashboard + Shopify |
| Chargeback-Handling | Über Shopify | Direkt beim PSP |
Für Shops unter CHF 20'000 Monatsumsatz ist Shopify Payments oft die einfachste Lösung. Ab CHF 50'000+ lohnt sich die Prüfung externer PSPs wegen besserer Konditionen und Methodenabdeckung.
Unterstützte Zahlungsmethoden in der Schweiz
- Shopify Payments nativ: Visa, Mastercard, American Express, Apple Pay, Google Pay, Shop Pay
- Über Apps/PSPs: TWINT (via Datatrans-App, Wallee oder TWINT-App), PostFinance (via Datatrans), Rechnung/BNPL (via Klarna-App)
- Immer verfügbar: PayPal (eigene Integration), Banküberweisung (manuell)
TWINT ist für den Schweizer Markt geschäftskritisch – rund 50 % der mobilen Checkouts nutzen TWINT. Ohne TWINT fehlt ein erheblicher Umsatzanteil.
Gebührenvergleich pro Transaktion (CHF 100, Inland)
| Anbieter | Kartengebühr | TWINT | Monatliche Fixkosten |
|---|---|---|---|
| Shopify Payments | 2,9 % + CHF 0.30 | Nicht verfügbar | CHF 0 |
| Stripe (direkt) | 2,9 % + CHF 0.30 + Shopify Fee | Via Stripe Apps | CHF 0 |
| Mollie | 1,8 % + CHF 0.25 + Shopify Fee | Nicht verfügbar | CHF 0 |
| Datatrans | Interchange++ ab ~1,5 % + Shopify Fee | CHF 0.29 fix | Ab CHF 50/Mt. |
Die Shopify Transaction Fee (0,5–2 % je Plan) auf externe Gateways verschiebt die Kalkulation deutlich. Nur bei hohem Volumen oder bei zwingenden Methoden wie TWINT überwiegen die Vorteile eines externen PSPs.
Entscheidung beschleunigen?
Nutze den Payment-Fit-Check und erhalte eine priorisierte Anbieterliste für dein Setup.
Zum Payment-Fit-CheckTWINT-Integration: Drei Wege
- Datatrans Shopify App – Stabil, unterstützt TWINT + PostFinance, eigener Datatrans-Vertrag nötig. Ideal für KMU mit Schweizer Fokus.
- Wallee Shopify Plugin – Schweizer Anbieter mit breitem Methodenset, gutes Backend-Reporting.
- Eigenständige TWINT App – Direkte Integration, aber eingeschränkter Support und wenig Zusatzfunktionen.
Checkout-Customization: Grenzen kennen
Shopify Standard erlaubt nur begrenzte Anpassungen im Checkout (Logo, Farben, Felder). Erst mit Shopify Plus (ab USD 2'300/Mt.) stehen Checkout Extensions und der Checkout Editor zur Verfügung. Typische Einschränkungen auf Standard-Plänen:
- Kein Reordering der Zahlungsmethoden nach Kundenpräferenz
- Kein dynamisches Ein-/Ausblenden basierend auf Warenkorbwert
- Keine Custom Validations vor der Zahlung
Multi-Currency-Setup mit Shopify Markets
Shopify Markets erlaubt den Verkauf in mehreren Währungen (EUR, USD, GBP etc.) aus einem einzigen Shop. Für die Schweiz relevant:
- Basiswährung CHF beibehalten und EUR für DACH-Expansion aktivieren
- Wechselkursaufschläge (standardmässig 1,5 %) manuell anpassen oder fixe Preise pro Markt setzen
- Beachten: Shopify Payments rechnet in der Basiswährung ab – bei externen PSPs muss die Währungsunterstützung geprüft werden
Shopify Plus: Was ändert sich beim Payment?
| Feature | Standard/Advanced | Shopify Plus |
|---|---|---|
| Checkout Extensions | Nein | Ja |
| Checkout Branding API | Nein | Ja |
| Script Editor (Rabatte) | Nein | Ja |
| Multi-Location Inventory | Eingeschränkt | Voll |
| Dedicated Support | Nein | Ja (Merchant Success Manager) |
| Shopify Transaction Fee | 0,5–2 % | Verhandelbar |
Für Shops ab CHF 500'000 Jahresumsatz lohnt sich die Plus-Kalkulation – allein die verhandelbaren Transaction Fees können die Mehrkosten kompensieren.
Migrationscheckliste: Wechsel des Payment-Setups
- Ist-Analyse: Aktuelle Transaktionsvolumen, Methodenmix und Kostenstruktur dokumentieren
- Vertragsprüfung: Bestehende PSP-Verträge auf Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten prüfen
- Testphase: Neuen PSP im Staging oder über Shopify-Testmodus validieren (inkl. Webhooks)
- Parallelbetrieb: Beide Gateways 2–4 Wochen parallel aktiv lassen, neues Gateway priorisiert
- Monitoring: Conversion Rate, Fehlerquote und Auszahlungs-Timing täglich vergleichen
- Go-Live: Altes Gateway deaktivieren, Refund-Pfade für offene Transaktionen sicherstellen
- Dokumentation: Finance-Team über neue Abrechnungsströme und Reconciliation-Änderungen informieren
Reporting-Lücken und Workarounds
Shopify Payments bietet Basisreporting im Admin, doch für ernsthafte Finanzsteuerung fehlen Details:
- Lücke: Keine Aufschlüsselung nach Interchange-Kategorie → Workaround: Stripe-Dashboard parallel nutzen
- Lücke: Kein automatischer Abgleich mit Buchhaltungssoftware → Workaround: Shopify-Export + bexio/Abacus-Import via CSV oder Zapier
- Lücke: Keine Echtzeit-Alerts bei Conversion-Drops → Workaround: Google Analytics Enhanced Ecommerce oder Littledata-App
- Lücke: Multi-Gateway-Kosten nicht konsolidiert → Workaround: Manuelles Spreadsheet oder BI-Tool (Metabase, Looker)
5 häufige Setup-Fehler und Lösungen
1. TWINT vergessen: Rund 5 Mio. aktive TWINT-Nutzer in der Schweiz – ohne TWINT verlierst du mobile Conversions. Lösung: Datatrans- oder Wallee-App installieren und testen.
2. Shopify Transaction Fee nicht einkalkuliert: Externe Gateways kosten zusätzlich 0,5–2 %. Lösung: Gesamtkosten pro Transaktion berechnen, nicht nur PSP-Gebühr.
3. Testbestellungen überspringen: Webhook-Fehler, falsche Währungen oder fehlende Bestätigungsmails bleiben unentdeckt. Lösung: Shopify Bogus Gateway und PSP-Sandbox systematisch durchlaufen.
4. Zu viele Zahlungsmethoden im Checkout: Mehr als 5–6 Optionen erhöhen die kognitive Last und senken die Conversion. Lösung: Nach Nutzungsanteil priorisieren, selten genutzte Methoden entfernen.
5. Kein Monitoring nach Go-Live: Performance-Einbrüche bei 3DS-Challenges oder PSP-Ausfälle werden erst durch Kundenbeschwerden sichtbar. Lösung: Wöchentliches KPI-Review (Acceptance Rate, Fehlerquote, durchschnittliche Checkout-Zeit).
Best Practice
Starte mit Shopify Payments für Karten und Wallets, ergänze TWINT über eine Schweizer PSP-App und überprüfe quartalsweise, ob Volumen und Methodenmix einen Wechsel oder eine Erweiterung rechtfertigen. Messe dabei nicht nur Gebühren, sondern auch Conversion-Impact und operativen Aufwand.
Häufige Fragen
Brauche ich für Shopify immer Shopify Payments?
Nicht zwingend. Je nach Methode, Vertragslage und Betriebskontext kann ein externer PSP sinnvoller sein.
Payment Setup optimieren?
Wir analysieren deinen Use Case und priorisieren passende Anbieter.
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